Teilprojekt B2

Headergrafik Maschinenbau

B2 | Teilprojekt B2: Grundlagen des Spaltbiegens

Integrale Blechprofile mit höherer Verzweigungsordnung können in der heutigen industriellen Anwendung nur eingeschränkt gefertigt werden. Die Verzweigungen werden hauptsächlich durch Materialdoppelungen hergestellt. Oftmals sind auch zusätzliche Fügeoperationen notwendig. Die so gefertigten Bauteile sind daher häufig sowohl technisch als auch wirtschaftlich optimierungsbedürftig. Einige dieser Einschränkungen können durch den Einsatz des Spaltprofilierverfahrens umgangen werden. Da beim Spaltprofilieren das Blech von der Blechkante aus gespalten wird, ist eine Flanschausformung an beliebigen Stellen der Blechoberfläche nicht möglich.

Mit Hilfe des neuartigen Umformverfahrens Spaltbiegen hingegen können mehrfach verzweigte Blechprofile bei verbesserter Materialausnutzung ohne zusätzliche Fügeoperationen gefertigt werden. Als Halbzeug wird hierbei ein Blech verwendet, das abgewinkelt ist. Von der Biegekante ausgehend wird anschließend mit Hilfe eine Spaltwalze ein Flansch ausgeformt.

Durch die Kombination der beiden Verfahren Spaltbiegen und Spaltprofilieren kann an einem Blech eine nahezu beliebige Anzahl Flansche aufgestellt werden. Prinzipbedingte Einschränkungen bezüglich des Ortes der Flanschausbildung bestehen bei diesem Verfahren nicht. Potentielle Anwendungsfelder für diese Technologie sind in der Herstellung von offenen und geschlossenen Trägerprofilen sowie Rohrsystemen zu finden. Durch senkrecht zur Blechebene angeordnete Hilfswalzen werden den wirksamen Spannungen Druckspannungen überlagert und somit Rissbildungen im Werkstück vermieden. Der beschriebene Vorgang wird mit dem Begriff Spaltbiegen bezeichnet.